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Viel Lob für Schulpfarrer Pastor van Briel und die Kirchenarbeit in Halverde

Ibbenbürener Volkszeitung vom 16.12.2011

Halverde. Weihbischof Dr. Christoph Hegge durchlebt momentan eine aufregende Phase. Er ist auf Visitation. Zwar gab es keinen konkreten Anlass, aber von Zeit zu Zeit müssen sich die Pfarrgemeinden auf den Besuch eines Kirchenoberen mit Aufsichtsbefugnis zum Zweck der Bestandsaufnahme und Normenkontrolle gefasst machen. Auch ist die Stimmung vor Ort ist in Zeiten von Kirchenfusionen für den Bischof und seine Mitarbeiter von Interesse.

Für Weihbischof Hegge ist das Visitieren eine wichtige Kontakt- und Meinungspflege mit der katholischen Basis. Dass diese Besuche für ihn jeweils rund 16 Arbeitsstunden täglich bedeuten, stört ihn weniger. Im Gegenteil, seine Begeisterung für Gott und den Glauben wirkt ansteckend. Er zeigt permanentes Interesse an allem und jeden.

Der Tag der Visitation begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche zusammen mit den Grundschülern und der Pfarrgemeinde. Anschließend Frühstück mit der KFD im Pfarrheim. Stets hat der Weihbischof beide Ohren auf die Meinung und Sorgen der Menschen gerichtet. Und er weiß wovon er spricht. Dr. Hegge steht mitten im Leben. Er hat in seinem Umfeld, und auch in der eigenen Familie menschliche Höhen und Tiefen des Lebens miterlebt.

Sein nächstes Ziel war die Fürstenberg-Schule in Recke. Dort ist Pfarrer Peter van Briel Schulpfarrer. Hegge sprach mit den Schulleitern Michael Kamlage und Ernst Krug, mit dem Kollegium und den Schülern. Sein Eindruck ist durchweg positiv. „Die Schule ist ein Riesenunternehmen und sie leistet für ihre insgesamt mehr als 1600 Schülerinnen und Schüler eine hervorragende Arbeit auf katholischer Basis“, konstatiert er. Als unverzichtbar bezeichnet er den Lehrauftrag von Schulpfarrer van Briel. „Man kann die Arbeit von Pastor van Briel gar nicht hoch genug einschätzen“, lautet sein Fazit.

Gerne wäre er länger in der Schule geblieben, doch im Altenpflegeheim St. Josef wird der Weihbischof am Nachmittag schon mit Spannung erwartet. Auch dort sucht er das Gespräch mit den Einwohnern, reicht jedem die Hand und erteilt den Krankensegen beim Besuch der bettlägerigen Bewohner. Sein Eindruck über das St. Josefhaus erfreut alle: „Das Haus hat Stil, ist hell und freundlich und liegt inmitten des Ortes.“

Dann wird es amtlich, kirchenamtlich. Denn die Kontrolle der Kirchenbücher mit ihren Geburts-, Heirats-, und Sterberegistern ist ein wichtiger Tagesordnungspunkt. Dazu zählen auch vertrauliche Einzelgespräche mit Pastor van Briel und der Pastoralreferentin Birgit Rövekamp-Bruns. Dafür nimmt Dr. Hegge sich die erforderliche Zeit. Der minutiös ausgearbeitete Tagesplan ist ohnehin schon in Verzug geraten.

Die auf ihn wartenden Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Pfarrgemeinderates zeigen Verständnis als er nach einer knappen Dreiviertelstunde verspätet zum gemeinsamen Gespräch im Pfarrheim erscheint. „Alles Tipp Topp in Ordnung“, verkündet Weihbischof Hegge mit Hinsicht auf die tadellos geführten Kirchenbücher und Kirchenfinanzen.

Im Gespräch mit den Funktionsträgern sprudelt es nur so aus ihm heraus. „Ihr Ehrenamt ist Ausdruck ihres Engagements für die Kirche“, lobt er die Anwesenden und fordert auf „wir müssen darüber reden, was uns der Glaube im Alltag bedeutet. Glaube bedeutet Zusammenhalt“. Hegges persönliches Anliegen ist das Evangelium: „Das Evangelium ist das Drehbuch für unser Leben und wir sind die Akteure.“

In der nachfolgenden Diskussion werden Kritik und Nöte hinsichtlich der Kirchenfusion mit Hopsten laut. Hegge verteidigt die bischöflich beschlossenen Maßnahmen vehement. „Allein die Erhaltungskosten für eine Dorfkirche liegen bei rund 50.000 Euro pro Jahr. Das kann sich das Bistum vielerorts gar nicht mehr leisten. Da musste etwas geschehen.“ – Auch hinsichtlich der personellen Besetzung bezog Weihbischof Hegge klare Position: „Die mit den Kirchenfusionen einhergehende Personalplanung ist auf die nächsten 20 bis 30 Jahre ausgerichtet. Da werden Pastöre über 65 Jahre nicht einmal mit einbezogen.“ – Für Halverde konkret betonte der Weihbischof, dass es überhaupt noch nicht klar sei, dass Hopstens Pastor Johannes Söntgerath als Hauptpfarrer eingesetzt werde. Zum Abschied mahnte Dr. Hegge die Nöte im Zusammenhang mit der Fusion nicht überzubewerten: „Es kommt einzig und allein auf den Glauben an.“

 

Autor: Manfred Hagemann

Schon bald Gesamtpfarrei „St. Anna und Selige Schwester Euthymia“?

Foto links: Pfarrer Johannes Söntgerath (St. Georg, Hopsten) überreichte beim ersten Treffen der beiden Pfarrgemeinderäte eine Glasmalerei mit der Mutter Anna an Pastor Peter van Briel (St. Peter und Paul, Halverde). Das Bild zeigt v.l. Pastoralreferentin Birgit Rövekamp-Bruns, Pastpr van Briel, Pater Joseph, Pfarrer Söntgerath, Peter Schmedt (Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Georg), Pastoralreferentin Gabriele Hecker und Manfred Ostholthoff (Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Peter und Paul).

 

IVZ v. 05.03.2011

Halverde/Hopsten. Nachdem Weihbischof Christoph Hegge am 03. Februar die neuen Struktur- und Stellenpläne für die Pfarreien im Bistum Münster vorgestellt hatte, wurden Pfarrer Johannes Söntgerath (St. Georg, Hopsten) und Pastor Peter van Briel (St. Peter und Paul, Halverde) aktiv und hatten in dieser Woche die Pfarrgemeinderäte beider Pfarreien zu einer außerordentlichen Sitzung ins Halverder Pfarrheim eingeladen. 

Inhaltlich stand neben dem gegenseitigen Kennenlernen vor allem die Abstimmung konkreter Überlegungen und Forderungen im Rahmen der Zusammenlegung der beiden Kirchengemeinden, die in der Rückmeldung an die Planungsstelle in Münster fixiert werden sollen. Diese Rückmeldung muss bis zum 31. März erfolgen.

Trotz der Signifikanz der Thematik war das Treffen von Beginn an von Harmonie getragen. Pfarrer Söntgerath  Überreichte als Gastgeschenk eine Glasmalerei mit dem Abbild der Mutter Anna, was ebenso wohlwollend aufgenommen wurde, wie die Tatsache, dass die Hopstener zu den Halverden gekommen waren und nicht umgekehrt.

Zwar sprachen die Pastöre in ihrer Begrüßung zunächst nur von ersten Überlegungen zur der wohl unvermeidbaren Zusammenlegung, doch im Laufe des Abends wurden die Wunschziele zusehends konkret. Zunächst soll die Rückmeldung im kleinen Kreis, der sich aus den beiden Pastören und den Vorsitzenden beider Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte zusammensetzt, verfasst und zu Papier gebracht werden.

Entsprechend des vorgesehenen Stellenstrukturplanes ist in der künftigen Gesamtpfarrei Hopsten/Halverde je ein Diözesanpriester, ein Priester der Weltkirche und eine Pastoralreferentin vorgesehen. Dass somit einer der beiden Pastöre seine Pfarrei zwangsläufig verlassen müsse, beschwichtigte Pfarrer Söntgerath indem er auf die langfristige personelle Umsetzung bis 2020 verwies. Außerdem bekräftigte Pastor van Briel, dass er gerne in Halverde bleiben möchte. Auch dann, wenn seine Stelle als Schulpfarrer an der Fürstenberg Schule anderweitig besetzt werden sollte.

Sollte es aber dazu kommen, dass Pastor van Briel aus Halverde abberufen werde, würde Pater Joseph (Josukutty Kuruvilla Manayanickal), der derzeit seinen Dienst auf dem Breischen versieht, fest nach Halverde kommen. Dann seien auch aus seelsorgerischer Sicht wieder beide Pfarrstellen besetzt. Pfarrer Söntgeraths Vorschlag die Gesamtpfarrei künftig „St. Anna und Seelige Schwester Euthymia“zu nennen, stieß nicht gleich auf Begeisterung, aber auch nicht auf Ablehnung. Das müssen die Hopstener und Halverder wohl erst einmal „sacken“ lassen.

Die Pastoralreferentinnen Gabriele Hecker (Hopsten) und Birgit Rövekamp-Bruns (Halverde) sollen wie gewohnt ihren Dienst vor Ort ausüben können. Dazu soll allerdings die eine vorgesehene 100 Prozent-Stelle auf zwei 50-Prozent-Stellen aufgeteilt werden. Da muss Bischof Felix Genn aber erst noch zustimmen.

Zusammenraufen müssen sich die Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte. Konkrete Zahlen hinsichtlich der anteiligen Besetzung gebe es noch nicht, hieß es, aber man wolle in beiden Gremien eine Selbstbestimmung der Halverder gewährleisten. Abgestimmt werde im Kirchenvorstand ohnehin nur über finanzielle Belange des laufenden Kirchenhaushalts. Vermögenswerte und Immobilien der Pfarreien zählen nicht dazu.

„Es liegt an uns“, resümierte Pfarrer Söntgerath.“Nur gemeinsam können wir die Zusammenlegung auf einen guten Weg bringen. - Ein guter Anfang ist gemacht. Warum sollte das Werk nicht gelingen?“ 

Autor u. Fotos: Manfred Hagemann